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Tag 6 - wilde Wege und gutes Essen

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  Heute bleiben wir unfreiwillig im Tal. Ganztägig Regen, der in der Höhe als Schnee fallen kann, ist nicht verlockend für eine Passquerung über 2300 m. Zumal die Prognose für morgen besser ist. Also erkunden wir vormittags bei Nieselregen die nähere Umgebung, stapfen am Fluss entlang von Wasserfall zu Wasserfall und lassen uns mittags ein perfektes Steinpilz-Risotto schmecken. Dann prasselt der Regen bis zum späten Nachmittag auf die Piazza. Während Piet seinen Krimi nicht mehr aus der Hand legt, hänge ich in der einzigen Bar ab und lausche mich in das Dorfleben ein. Der 80 jährige Alp-Bauer kommt mit seinen Maultieren und bringt ein paar Laibe Tomino mit, das ist der köstliche Käse, den wir hier gerne essen. Die Leute kommen und trinken und diskutieren und gehen und kommen zwei Stunden später wieder. Die Stimmung ist auf jeden Fall hier nicht wetterabhängig. Wir passen uns an. Rima - Haus mit Steintreppe von 1615

Tag 5 - neu und doch vertraut

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  Pedemonte (1246 m) - Rifugio Ferioli (2264 m) - Colle Mud (2324 m) - Alpe Vorcu (2075 m) - Rima (1411 m) Es hat nachts geregnet, die Wolken hängen tief als wir um 6 h morgens aufwachen. Wir haben die Hoffnung, dass wir heraus steigen können. Nach einem fürstlichen Frühstück im Montagna di Luce, das genug Proviant für die Passquerung hergibt, machen wir uns um kurz vor 8 h auf den Weg. Es ist eine Etappe, die wir 2019 von Nord nach Süd gewandert sind, diesmal also in umgekehrter Richtung. Zunächst geht es am Rivo Mud entlang durch den Wald auf einem Treppenweg bergauf. Da ist es fast egal, dass wir in den Wolken gehen. Bei 1600 m verlassen wir den Wald und kommen an den Ruinen vom Z’ise Hus vorbei - jetzt wird es richtig feucht. Der Weg ist immer noch dürftig markiert, bei schlechter Sicht ist das im Aufstieg einfacher. Das gilt auch für die letzten 400 m bis zum Rifugio, die im extrem steilen, für Lawinen (im Frühling und Frühsommer) berüchtigten Grashang hochzusteigen besser geh...

Tag 4 - unterwegs auf Walserpfaden

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Rifugio Pastore - Valsesia - Pedemonte - Porazzo - Montella - Rusa - Goreto - Fornace delle Calce - Merletti - Wold - Ronco Superiore - Pedemonte Heute bleiben wir im bezaubernden Tal der Sesia. “Die vermutlich schönste und am besten erhaltene Walsersiedlung im ganzen Alpenraum“ (Kurt Wanner) hatte mich bei unserer letzten Tour schon sehr fasziniert. Wir wechseln heute also nur das Quartier und verlassen die GTA, um auf der wilderen Seite entlang der Sesia-Schlucht abzusteigen. Weil in diesen Tagen der Monte Rosa-Trail stattfindet, wurde der Weg aktuell markiert. Frisch und ausgeruht geht der Steilabstieg auch mit Gepäck problemlos. In Pedemonte quartieren wir uns in einem der Jahrhunderte alten Holzhäuser ein und streifen am Nachmittag ohne Rucksack rechts und links vom Fluss auf wilden, unmarkierten Pfaden durch die Weiler auf und ab. Als wir uns zwischen mehreren Gehöften nicht mehr zurechtfinden, hilft uns ein alter Mann - auf (Walser)deutsch -  den richtigen Weg zur ...

GTA Tag 3 - durch‘s Türli

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  Bivacco Lanti (2150 m) - Colle del Turlo (2738 m) - Rifugio Pastore (1575 m) Der Regen hatte in der Nacht aufgehört, wir konnten kurz nach Sonnenaufgang trocken starten und kamen um 9 h morgens durch‘s Türli, so heißt der Pass Colle del Turlo auf Walserdeutsch. Wir gehen also den alten Walserweg, der vor knapp 100 Jahren zum Militär-Saumweg ausgebaut wurde. Der Abstieg vom Pass ins Sesia-Tal ist durch etliche Verschüttungen erheblich anstrengender als der Aufstieg, obwohl wir uns Zeit lassen können. Als die Beine müde werden, entschließen wir uns, nicht wie geplant bis Alagna hinunter zu laufen ( der Ort ist sowieso touristisch total überlaufen), sondern im Rifugio Pastore die Tour zu beenden. Da sitzen wir jetzt bei einem Glas Rotwein und schauen durch die Wolkenfenster auf die schmelzenden Gletscher des Monte Rosa Massivs.  😢   abendlicher Blick vom Rifugio Pastore auf den Monte Rosa