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Tag 46

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Palanfrè - Passo di Ciotto Mieu (2274 m) - Limonetto/San Lorenzo - 11,8 km - Auf 930 m - 810 m  Das Naturreservat Bosco e Laghi Palanfrè ist ein kleines Juwel in den Seealpen. Wir beginnen unseren Aufstieg durch den alten, dichten Buchenwald, dann geht’s durch einen Bachgraben weiter hoch zum Alpsee Lago degli Alberghi. Um uns herum sind nur bizarre Felsen und es lässt sich kein Weg und kein Pass von unten erkennen. Aber natürlich gibt es einen. Und der ist ziemlich alpin: sehr steil geht es durch den groben Schutthang und weiter durch seilgesicherte Felsstufen. Oben dann schöne Sicht. Das Zurückschauen, wo wir vor mehr als sechs Wochen losgegangen sind, gibt schon ein sehr erhabenes Gefühl. Vor uns, im Süden sehen die Berge jetzt nicht mehr so gewaltig aus, aber ein paar mal rauf und runter müssen wir noch. Über Alpgelände geht es hinunter Richtung Limonetto. Wir können ein paar Höhenmeter sparen, weil wir uns im kleinen Hotel Arrucador einquartiert hab...

Tag 45

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Trinità - Caire de Porcera - Colle della Garbella - 2170 m - Palanfrè - 12 km - Auf 1134 m - Ab 850 m Keine ganz einfache Etappe, so steht es im Rother, mit einer seilgesicherten Felsstufe, steilen Grasflanken, zum Teil überwachsen oder ausgesetzt. Wir haben Glück! Nicht nur mit dem Wetter - es ist wieder sonnig und trocken und die Felsen griffig - sondern auch mit den Steilhängen. Der Weg wird gerade renoviert, die Rutschungen sind befestigt, der Wacholder zurückgeschnitten, die glatten Steilstücke mit Holzbohlen gangbar gemacht. Alles in allem ein sehr schöner Aufstieg. Mir kommt der Gedanke, dass mir etwas fehlen wird, wenn wir die Tour beendet haben. Als wir am Grasdach der Caire di Porcera ankommen, haben wir vermutlich zum letzten Mal den Blick auf den Monte Viso. Tief unter uns die Felsfluchten des Vallone del Bousset. Eine große Schafherde zieht ein Stück hinter uns her bis wir die Querung zum Pass beginnen. Auch hier ist der Weg gut in Ordnung gebracht und bei tro...

Tag 44

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San Giovanni - Entracque - Trinità - 16,8 km - Auf 380 m - Ab 500 m Eine Wanderung durch das Valle Gesso ist wie     im Märchen. Ein verwunschener Buchenwald schützt uns vor dem feinen Regen, während wir den Fluss entlang auf wunderschönem Weg entlang wandern. Unter den Bäumen leuchtet der Aronstab neben geflecktem Lungenkaut. Auf den Lichtungen blühen die letzten Malven und die ersten Herbstastern. Zwischen mächtigen Felsblöcken rauscht wild das eisgrüne Wasser. Beim Stausee Lago della Piastra müssen wir leider auf die Straße wechseln, um nach Entracque zu kommen. Es hat inzwischen aufgehört zu regnen, Autos fahren hier keine -    wir scheinen mal wieder am Ende der Welt zu sein.  Das Dorf Entracque ist eine Enttäuschung. Wir finden zwar schnell den Bankomat, weshalb wir überhaupt hierher gewandert sind, aber sonst können wir dem Ort nichts abgewinnen. Es gibt zwar zwei Museen, eins zum Thema Wolf, das andere zum Thema Wasserkraftw...

Tag 43

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Rifugio Genova-Figari - Colle do Fenestrelle (2463 m) - Piano del Praiet - San Giacomo - 14,7 km - Auf 520 m - Ab 1310 m Es war eine gute Entscheidung auf der GTA zu bleiben. Wir haben wunderbar gegessen und geschlafen im Rifugio Genova, dazu noch überraschend preiswert.  Am Morgen „überwachte“ ein Steinbock unseren Aufstieg, am Pass überraschten zwei kleine Seen, und den langen, aber sehr bequemen Abstieg begleiteten uns mehrere Gämsen und Wiesen voller Enzian. Ab Piano del Praiet befinden wir uns auf dem Jakobsweg, der in Gegenrichtung über den Colle di Finestra zur Wallfahrtsstätte Madone de Fenestre und letztendlich weiter bis Santiago di Compostela führt.  In San Giacomo, der Pilgerstation, sind wir - ohne irgendwelche Pilger - wieder alleine mit Andreas, mit dem wir seit drei Tagen den Weg beschreiten. Unsere bisherigen Begleiter hatten es plötzlich eilig ans Ziel zu kommen und sind uns „davon gelaufen“. Morgen müssen wir eine unfreiwillige Straßenet...

Tag 42

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Terme di Valdieri - Colle del Chiapous (2526 m) - Rifugio Genova-Figari - 16,8 km - Auf 1290 m - Ab 640 m Auf königlichem Jagdsteig ins Vallone di Lourousa, das ging sich so angenehm wie selten zuvor. Am winzig kleinen Lago Lagarot stehen wir unmittelbar vor den Nordwänden der Argentera - himmelhohe Felswände, die als die schwierigsten Kletterrouten der Seealpen gelten. Wir steigen weiter, zunächst entlang des Wildbachs, dann nur noch durch Blockwerk. Zum wiederholten Male merke ich, dass diese Welt aus Stein nicht meine ist. Es ist grandios, ohne Frage, aber es raubt viel Kraft durch die mächtigen Felsblöcke hindurchzusteigen. Aber endlich haben wir mal das Glück, die Tiere zu sehen, die hier zuhause sind: Steinbock und Gemse. Am Pass ist erstmal eine lange Pause notwendig. Wir sind unglaublich froh, dass wir diese Tour bei besten Wetterbedingungen machen können. Der Abstieg ist eher einfach. Der Steilhang runter zum Stausee ist mit Serpentinen durchzogen, aber auch hi...

Tag 41

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Rifugio Malinvern - Coletto di Valscura (2520 m) - Valle di Valasco - Terme di Valdieri - 16,5 km - Auf 760 m - Ab 1230 m Sonntagswetter! Herrliche Gipfelschau, glitzernde Bergseen, Wasserfälle, schöne Bergwege - heute    war alles so, wie man es sich für eine Bergwanderung wünscht.  Wir sind im Naturpark der Alpi Marittime unterwegs. Im Aufstieg aus dem Tal des Rio Freddo noch im Bergschatten bis zum Lago Malinvern, wo wir nochmal Rückschau zum Monviso haben, dann sonnig weiter über den Moränenwall eines längst verschwundenen Gletschers zum wohl bizarrsten Pass der ganzen Tour. Erst wenige Meter unterhalb des Felsdurchtritts erkennt man an den langen Schneestangen, wo sich der Übergang befindet.  Und dann der Blick ins nächste Tal, einfach atemberaubend! Wir bleiben hier lange sitzen und genießen. Ein Bartgeier-Paar zieht zwei Schleifen über uns hinweg - majestätisch große Vögel! Der Abstieg zum Lago di Valscura geht über einen ehemaligen Mil...

Tag 40

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Santuario Sant‘Anna di Vinadio - Colle delle Lombarda (2350 m) / Grenze zu Frankreich - Passo d‘Orgials (2600 m) - Lago della Valetta     - Rifugio Malinvern - 14,7 km - Auf 860 m - Ab 1080 m Es war kalt heute Nacht im Kloster und genauso kalt am Morgen. Bei eisigem Wind brauchen wir selbst zum Aufstieg alles an Merino, Angora und Fleece, was wir dabei haben. Als wir den Grenzkamm zwischen Italien und Frankreich erreichen, sind wir exakt an der Wetterscheide: drüben sonnig, hüben grau. Entlang der grasbewachsenen Militärpiste liegen noch die die verrotteten Stacheldrahtzäune, die moderne Grenze besteht nur noch aus Grenzsteinen.  Am Colle della Lombarda treffen wir auf die Pass-Straße. Wir müssen leider in den kalten, wolkigen Hang abdrehen, statt zur sonnigen Côte d‘Azur abzusteigen.  Auf der GTA wartet der Passo d’Orgials. Der ganze Berg ist ein Schutthaufen. Überhaupt machen die italienischen Alpen den Anschein, dass sie über kurz oder lang tota...