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Tag 51

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Rifugio Gola di Gouta - Bassa d‘Abellia - Passo del Cane 596 m - Rifugio Alta Via - 18,5 km Auf 185 m - Ab 880 m Wir verlassen die Berge endgültig. Auf breiter Militärpiste geht es fast stetig bergab. Wegen eines Felsabbruchs natürlicherweise gesperrt brauchen wir nicht mit motorisierten Begegnungen zu rechnen. Tatsächlich sind es nur zwei Maultiere und ein paar Mountainbiker. Es ist unglaublich still hier im bewaldeten, küstennahen Hinterland des ligurischen Meeres. Kiefern verbreiten südlichen Duft, dann beginnt die Macchia.  Ein bisschen langweilig ist das schon nach all den spektakulären Etappen der letzten Wochen. Aber damit fällt der Abschied leichter.  Das Pistenwandern macht müde, zumal sie unglaublich ruppig ist, und das Brombeeren am Wegrand naschen verliert auch nach etlichen Stunden seinen Reiz. Ein letzter Abstecher über den Monte Erisetta sorgt mit einem kurzen Aufstieg nochmal für Abwechslung, dann erreichen wir unser vorletztes Etappenziel: ein...

Tag 50

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Colla Melosa - Sentiero degli Alpini - Gola dell‘Incisa 1685 m - Colle del Corvo 1404 m - Passo Muratone 1158 m - Rifugio Gola di Gouta - 17,8 km - Auf 630 m - Ab 940 m Endlich ist der Himmel wieder milde gestimmt, für die Tour über den Alpinisteig perfekt.  Der teilweise in den Fels geschlagene, schmale Pfad windet sich durch die Steilwände des Monte Pietravecchia. Nicht nur der Weg, auch die schroffen Schluchten und die vielen bewaldeten Täler erinnern mich sehr an Madeira. Fast überkommt mich ein bisschen Heimweh. Leider ist ein Teil des Weges durch einen Felssturz zerstört, der auch den Aufstieg zum Gola dell‘ Incisa in Mitleidenschaft gezogen hat. Macht aber nix, denn der steile Hang hat so viele Düfte zu bieten, dass mich der Zustand des Weges überhaupt nicht stört: Lavendel, Thymian, Bohnenkraut, Cola-Strauch, Heiligenkraut, Edelraute, Wermut und einiges was ich gar nicht keine. Bei solchen Wegen vergesse ich sogar mein Schienbein.  Aber auch die ...

Tag 49

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Rifugio La Terza - Il Redentore    - Monte Sacarello 2200 m - Passo di Collardente 1600 m    - Passo Sanson 1707 m - Colle Bertrand 1953 m - Colla Melosa / Rifugio Allavena - 16,8 km - Auf 559 m - Ab 1050 m Unser erster Weg heute morgen brachte uns wieder am Redentore vorbei. Er hat gestern mit seinem Blitzableiter das Schlimmste von uns abgelenkt. Von unserem Felsschutz aus gesehen war es ein furchterregendes Spektakel.  Der Monte Sacarello ist unser letzter 2000er, ab jetzt geht es nur noch bergab, nicht nur, aber tendenziell. Erstmal steil mit voller Konzentration durch den nassen Grashang, dann kommen nur noch bequeme Waldwege. Doch wir können das heute nicht genießen. Immer noch bauen sich Wolkentürme um uns herum auf, und nach dem gestrigen Erlebnis wagen wir kaum eine Pause. Mehr als Wolken gab’s heute glücklicherweise nicht. Wir kommen also trocken an. Was mir seit vorgestern Probleme macht - kaum zu glauben- es ein 50 Jahre alter Sc...

Tag 48

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Rifugio Don Barbera - Colle del Signori 2107 m - Colle delle Selle Vecchie 2097 m - Monte Bertrand - Cima Missun 2355 m- Passo Tanarello 2034 m- Monte Sacarello 2200 m - Rifugio La Terza - 16,9 km - Auf 834 m - Ab 580 m Der Morgen versprach einen Bilderbuch-Sonntag, perfekt für die heutige Kammwanderung, immer der Grenze entlang. Mal auf der italienischen Seite, mal auf der französischen Seite und zwischendrin immer mal wieder auf dem Grat. Gute Sicht in alle Richtungen und die Hoffnung endlich das Meer zu sehen.  Aber: Gegen 11 Uhr hängt sich am Monte Bertrand eine dunkle Wolke auf, wir beschließen nicht oben drüber zu gehen, sondern östlich unten um ihn herum. Um 13 h fallen die die ersten Tropfen. Und in Minutenschnelle hat sich ein Gewitter über uns zusammengezogen. Erst nur heftiger Regen und Donnergrollen, dann zucken die Blitze.  Wir sind zum Glück gerade nicht im offenen Gelände und nehmen - an eine Felswand gedrückt - Schutzhaltung ein. Nach dem Erlebnis ...

Tag 47

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San Lorenzo - Colle di Tenda (1871 m) - Colletto Companino (2142 m) - Col della Perla (2083 m) - Col della Boaria (2102 m) - Colla Piana (2219 m) - Colle dei Signori (2112 m) / Rifugio Don Barbera - 21,2 km - Auf 1100 - Ab 460 m Ein Gewitter auf dem Grenzkamm hat uns in unserem Erlebnisrepertoire gerade noch gefehlt. Das durften wir heute ohne Vorwarnung erleben. Es gab in keinem Wetterbericht eine Gewittermeldung, nur Regen. Kurz vorm Tenda-Pass hörten wir es schon grummeln, dann wurde es windig, kalt und nass. Wir waren mitten in den Wolken, konnten nur an der Lautstärke erahnen, wo sich das Gewitterzentrum befindet. Als es direkt über uns knallte, suchten wir schleunigst Schutz in einem Felsendom. Heißen Tee trinken und abwarten! Dann großes Spektakel mit Regenbogen im Tal unter uns. Wir ziehen weiter, verlassen aber am Colletto Campanino den Kamm und gehen sicherheitshalber auf der Militärstraße weiter. Sehen können wir sowieso nichts, weil wir gleich wieder eingenebe...

Tag 46

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Palanfrè - Passo di Ciotto Mieu (2274 m) - Limonetto/San Lorenzo - 11,8 km - Auf 930 m - 810 m  Das Naturreservat Bosco e Laghi Palanfrè ist ein kleines Juwel in den Seealpen. Wir beginnen unseren Aufstieg durch den alten, dichten Buchenwald, dann geht’s durch einen Bachgraben weiter hoch zum Alpsee Lago degli Alberghi. Um uns herum sind nur bizarre Felsen und es lässt sich kein Weg und kein Pass von unten erkennen. Aber natürlich gibt es einen. Und der ist ziemlich alpin: sehr steil geht es durch den groben Schutthang und weiter durch seilgesicherte Felsstufen. Oben dann schöne Sicht. Das Zurückschauen, wo wir vor mehr als sechs Wochen losgegangen sind, gibt schon ein sehr erhabenes Gefühl. Vor uns, im Süden sehen die Berge jetzt nicht mehr so gewaltig aus, aber ein paar mal rauf und runter müssen wir noch. Über Alpgelände geht es hinunter Richtung Limonetto. Wir können ein paar Höhenmeter sparen, weil wir uns im kleinen Hotel Arrucador einquartiert hab...

Tag 45

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Trinità - Caire de Porcera - Colle della Garbella - 2170 m - Palanfrè - 12 km - Auf 1134 m - Ab 850 m Keine ganz einfache Etappe, so steht es im Rother, mit einer seilgesicherten Felsstufe, steilen Grasflanken, zum Teil überwachsen oder ausgesetzt. Wir haben Glück! Nicht nur mit dem Wetter - es ist wieder sonnig und trocken und die Felsen griffig - sondern auch mit den Steilhängen. Der Weg wird gerade renoviert, die Rutschungen sind befestigt, der Wacholder zurückgeschnitten, die glatten Steilstücke mit Holzbohlen gangbar gemacht. Alles in allem ein sehr schöner Aufstieg. Mir kommt der Gedanke, dass mir etwas fehlen wird, wenn wir die Tour beendet haben. Als wir am Grasdach der Caire di Porcera ankommen, haben wir vermutlich zum letzten Mal den Blick auf den Monte Viso. Tief unter uns die Felsfluchten des Vallone del Bousset. Eine große Schafherde zieht ein Stück hinter uns her bis wir die Querung zum Pass beginnen. Auch hier ist der Weg gut in Ordnung gebracht und bei tro...